10.000 v. Chr. Überprüfung

Roland Emmerich sind überbordende Epen mit magerem emotionalem Gewicht nicht fremd. Immerhin ist er der verantwortliche Regisseur für Independence Day, Godzilla-Remake von 98 und The Day After Tomorrow, „Killer, die Geschichte und Charakter auf dem Altar des sensorischen Bombardements opfern. Hätte er diese verworrene Geschichte über einen prähistorischen Helden und seine Probleme mit seltsam bleichen Ägyptern und listigen Dickhäutern mit der gleichen eisernen Faust geworfen, dann wären 10.000 v. hätte, wenn auch nur gelegentlich, aus seiner familienfreundlichen, CGI-induzierten Betäubung erwachen können. Leider hat sich Emmerich dazu entschieden, hier auf die leichte Schulter zu treten und sich eine unblutige Vergangenheit voller trampelfreier Mammutangriffe und Kriegerstämme mit perlweißen Zähnen und perfekter Grammatik neu vorzustellen.

Während sich unsere schwerfällige Geschichte entfaltet, treffen wir D’Leh (Steven Strait), einen in den Bergen lebenden Mammutjäger mit einem neuen Namen und Lenny Kravitz-Haaren. Kurz darauf wird seine Freundin Evolet (Camilla Belle mit funkelnden Augen) bei einem nächtlichen Überfall von schattenhaften Sklavenhändlern geschnappt, die jede unglückliche Seele, die sie finden können, ausschöpfen, um ihnen beim Bau riesiger Pyramiden zu helfen. Mit Hilfe eines knallharten afrikanischen Clans starten D’Leh und einige seiner dämlichen Brüder (Ka’Ren?) einen Gegenschlag, um das Mädchen zu befreien und die Welt vor imposanten dreieckigen Gebäuden zu retten.

Raquel Welchs Pelz-Bikini tummelt sich in One Million Years v. Abgesehen davon haben Filme über Höhlenbewohner und ihre täglichen Probleme nie gut funktioniert. Dieser besondere Kreis bleibt hier ununterbrochen. Abgesehen von einer zugegebenermaßen ehrfurchtgebietenden Pyramidenkonstruktionsszene im Cecil B DeMille-Stil lässt der zügellose Einsatz von computergestützten Prunkstücken den Film lediglich wie ein teures Xbox-Spiel aussehen. Omar Sharifs schwerfällige Erzählung, die Sub-Thunderdome-Garderobe und die endlosen Weitwinkelaufnahmen von mürrischen Dreadlocks, die durch den Schnee stapfen, helfen auch nicht viel. All dies hätte zu einem lärmenden High Camp auf Augenhöhe mit Showgirls, King Kong Lives oder sogar Troll 2 führen können. Leider 10.000 v. ist nicht lustig – ungewollt oder nicht – für eine Nanosekunde. Es ist einfach zu lang und zu dick. Sie wissen, dass Sie in Schwierigkeiten sind, wenn nicht einmal ein ausholender Säbelzahntiger Ihren Abend beleben kann…



Ein Bettlerbankett mit milchigen CGI-Bestien und klobigen Kampfporno-Versatzstücken, 10.000 v. ist eine extravagante Verschwendung von Zeit, Geld und Mühe. Fans von Höhlenmenschen-Possen möchten vielleicht etwas historisch Genaueres. Wie die Feuersteine.

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