Die Lieblingskritik: „Ein stacheliger, prägnanter und unkonventioneller Genuss“

Unser Urteil

Drei beeindruckende Frauen bilden ein köstlich unterhaltsames Dreieck in einer kühnen Frock-Oper.

GamesRadar+ Urteil

Drei beeindruckende Frauen bilden ein köstlich unterhaltsames Dreieck in einer kühnen Frock-Oper.

Der griechische Autor Yorgos Lanthimos führt das Kostümdrama in einem majestätischen, zügellosen Toben zum Mittagessen, das sich wie ein ausgedehntes verbales Sparring-Match abspielt. Die Kombattanten: die kränkliche Monarchin Queen Anne (Olivia Colman), ihre politische Beraterin Sarah Churchill (Rachel Weisz) und Abigail Masham (Emma Stone), eine mittellose Emporkömmling, die sich zum persönlichen Vorteil austobt. Die wahren Antagonisten sind die arroganten männlichen Gecken, deren Versuche, ihre Königin zu manipulieren und den Kurs Großbritanniens zu ändern, ständig von Damen vereitelt werden, deren Arglist, Stil und List ihre eigenen immer wieder übertreffen.



Wenn Sie Lanthimos’ frühere englischsprachige Spielfilme „The Lobster“ oder „The Killing of a Sacred Deer“ gesehen haben, werden Sie bereits mit seiner toten Ästhetik, seinem Auge für das Absurde und seiner Fähigkeit, heimtückisches Unbehagen zu erzeugen, vertraut sein. All dies ist in The Favourite vorhanden und richtig, obwohl sie dieses Mal mit einer Ader von Pathos verbunden sind. Als wir Colmans Anne zum ersten Mal treffen, ist sie ein gereizter, gichtiger Horror, ein Sklave von Krankheit, Völlerei und Gereiztheit. Allmählich sehen wir jedoch die wahre Anne: eine tragische, einsame und verlassene Figur in ständiger Trauer um 17 Kinder, die durch Fehlgeburten und Krankheit verloren wurden.

Der meisterhafte Colman vermittelt fachmännisch, wie bereitwillig eine solche Kreatur auf die harte Liebe reagieren würde, die sie von Weiszs Sarah erhält. Doch Anne hat auch eine schelmische Freude daran, ihre Gefährten gegeneinander auszuspielen, in der Gewissheit, dass sie letztendlich die Karten in der Hand hält. Es ist eine fantastische Leistung eines Schauspielers, der sicherlich an der Schwelle zum internationalen Ruhm steht.

Doch die gebieterische Weisz ist nicht weniger überzeugend als Annes kühl kontrollierende Gemahlin, während Stone, die in ihrer Rolle in der ersten Stunde einen punktgenauen englischen Akzent trägt, uns geschickt dazu bringt, die Außenseiterin Abigail zu unterstützen, selbst wenn ihre Handlungen in Richtung des Verabscheuungswürdigen abgleiten. An anderer Stelle beweist Nicholas Hoult ein pompöses, putziges Vergnügen als Robert Harley, ein ehrgeiziger Tory, der entschlossen ist, einen Krieg zu verkürzen, von dem Lady Sarah und ihr Ehemann (Mark Gatiss) lukrativ profitieren.

Mit seinen Peitschenpfannen, Fischaugenobjektiven und Kubricks Steadicam schreibt DoP Robbie Ryan das Spielbuch des historischen Dramas immer wieder neu, mit der gleichen spielerischen Respektlosigkeit, die Sandy Powell in ihr anachronistisches, stilisiertes Kostüm bringt (In einer urkomischen Ballsaalszene schneidet Weisz und Joe Alwyns geiler Aristokrat etwas ab ausgesprochen moderne Formen auf der Tanzfläche). Das alles summiert sich zu einem stacheligen, prägnanten und unkonventionellen Vergnügen, das ebenso überrascht und fasziniert, wie es bewegt und beunruhigt. Historische lesbische Sexfarce ist vielleicht noch kein Genre, aber das ist eine gute Möglichkeit, den Stein ins Rollen zu bringen.

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  • Veröffentlichungsdatum: Jetzt erhältlich (USA)/1. Januar 2019 (Großbritannien)
  • Zertifikat: R (USA)/15 (Großbritannien)
  • Laufzeit: 119 Minuten
Das Urteil 5

5 von 5

Die Lieblingskritik: „Ein stacheliger, prägnanter und unkonventioneller Genuss“

Drei beeindruckende Frauen bilden ein köstlich unterhaltsames Dreieck in einer kühnen Frock-Oper.

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