„The Girl on the Train“-Rezension: „Das diesjährige Gone Girl? Keine Chance'

Unser Urteil

Taylors Film, der sich schuldig gemacht hat, sklavisch loyal zu sein, lässt sich nie ganz in das filmische Äquivalent von Hawkins’ Pageturner übersetzen. Stumpf ist jedoch ausgezeichnet.

GamesRadar+ Urteil

Taylors Film, der sich schuldig gemacht hat, sklavisch loyal zu sein, lässt sich nie ganz in das filmische Äquivalent von Hawkins’ Pageturner übersetzen. Stumpf ist jedoch ausgezeichnet.

Der Film von Tate Taylor ( The Help , Get On Up ) stammt aus dem außer Kontrolle geratenen Bestseller von Paula Hawkins und ist eine getreue – vielleicht /zu/ getreue – Interpretation dieser mysteriösen Ehegeschichte. Für Uneingeweihte konzentriert es sich, wie Christopher Nolans Memento zuvor, auf einen unzuverlässigen, von Erinnerungen verwirrten Erzähler – nur ist es hier Alkohol, kein Schlag auf den Kopf, der unsere Führung in einer nebligen Wolke des Unwissens hinterlassen hat.



Emily Blunt spielt Rachel Watson, eine zunehmend alkoholabhängige New Yorker Pendlerin, die jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit fährt und dabei sehnsüchtig auf zwei Häuser blickt. Einer gehört ihrem Ex-Mann Tom (Justin Theroux) und seiner ehemaligen Geliebten/jetzt Frau Anna (Rebecca Ferguson) und ihrem Baby; die andere an ein Paar, das sie nicht kennt – Scott (Luke Evans) und Megan ( Die glorreichen Sieben von Hayley Bennett).

Rachel fantasiert über dieses mysteriöse Paar und kann auch nicht aufhören, ihren Ex anzurufen – sehr zum Leidwesen von Anna. Aber alles ändert sich an dem Tag, an dem Rachel Megan auf ihrem Balkon erblickt, wie sie einen anderen Mann küsst. Kurz darauf verschwindet sie – noch in derselben Nacht ist Rachel völlig betrunken. Als sie am nächsten Tag blutig und verletzt aufwacht und sich an nichts mehr genau erinnern kann, versucht Rachel, die Ereignisse zusammenzufügen.

War sie Zeugin von Megans Tod? Ist sie eine mögliche Verdächtige? Geschrieben von Erin Cressida Wilson (Sekretärin), kämpft The Girl on the Train darum, eine elegante Struktur zu finden. Es stimmt, Hawkins‘ Buch, das aus der Perspektive seiner drei weiblichen Charaktere geschrieben und mit Rückblenden überlagert ist, ist schwer zu übersetzen. Das unmittelbare Opfer ist Anna, die die gefärbte Blondine Ferguson praktisch als Zuschauerin zurücklässt.

Beeindruckender ist Haley Bennett, die den rastlosen Geist der Kunstgalerieangestellten Megan einfängt, die zum Kindermädchen wurde. Während Justin Theroux als Tom eher zu mannequinhaft ist, ist Luke Evans als der hektische, temperamentvolle Scott glaubwürdig. Die Unterstützung – Édgar Ramírez als Megans Seelenklempner, Allison Janney als Hauptpolizistin – bietet auch etwas Textur.

Während die Übertragung der Handlung von London in die Außenbezirke von New York nicht so sehr stört, wie einige Leser befürchtet haben, was ablenkt, ist die Regie von Taylor. Der größte Knackpunkt? Eine Schlüsselszene in einem Tunnel, in der sich die wiederholte Verwendung von Zeitlupe wie ein amateurhafter Versuch anfühlt, die Funktionsweise eines verwirrten Geistes nachzuahmen.

Glücklicherweise hält Blunt den Film verankert. Überzeugend betrunken zu spielen ist keine leichte Aufgabe, aber sie schafft es, indem sie unsere Sympathie für eine Figur aufrechterhält, die allmählich in Richtung eines funktionierenden Alkoholikers abgerutscht ist. Sie sieht fleckig und unsicher auf ihren Füßen aus und spielt es nie zum Lachen, sondern mit einem Hauch von Verzweiflung, als ob die Lösung dieses Rätsels ihre letzte Chance sein könnte. Aber das diesjährige Exfreundin ? Keine Chance.

Das Urteil 3

3 von 5

Das Mädchen im Zug

Taylors Film, der sich schuldig gemacht hat, sklavisch loyal zu sein, lässt sich nie ganz in das filmische Äquivalent von Hawkins’ Pageturner übersetzen. Stumpf ist jedoch ausgezeichnet.

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DirektorTate Taylor
MitEmily Blunt, Justin Theroux, Luke Evans, Haley Bennett, Rebecca Ferguson
Kinostart5. Oktober 2016
Verfügbare PlattformenFilm
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